Kulturtag der Klasse 8c am 18.12.2025

Münchner Stadtführung: „Vielfalt entdecken – Wie die Welt München prägt“

„Der Fremde ist nur in der Fremde fremd“ – unter diesem Motto begab sich die Klasse 8c zusammen mit Herrn Fischer und Frau Stoll auf eine spannende Entdeckungsreise durch die Münchner Innenstadt. Geleitet von Florian Scheidl, unserem heutigen Guide vom Museumspädagogischen Zentrum (MPZ), erkundeten wir, wie interkulturelle Einflüsse die bayerische Baukunst, das Essen und die Münchner Bevölkerung bis heute prägen. Was macht München eigentlich „typisch bayerisch“ – und was ist das Ergebnis von kultureller Begegnung? Die Klasse 8c war sich schnell einig: München wäre ohne die Einflüsse aus aller Welt nicht das, was es heute ist.

Auf den Spuren der Geschichte: Sankt Michaelskirche und Frauenkirche

Der erste Halt der Führung war die Sankt Michaelskirche. Unser Guide erklärte, wie italienische Baumeister im 16. Jahrhundert den Stil der Kirche prägten – ein frühes Beispiel für den kulturellen Austausch zwischen Bayern und Europa. Wir erfuhren, dass König Ludwig II hier in der Gruft begraben wurde und nicht wie alle seine königlichen Vorfahren in der Theatinerkirche. Ein Grund dafür war seine Homosexualität, die von der konservativen Gesellschaft und der Kirche damals ein absolutes Tabu-Thema war. Zudem spielten seine tragischen, rätselhaften Todesumstände 1886 eine Rolle – sein mysteriöser Tod im Starnberger See machten eine Bestattung in der Theatinerkirche politisch und gesellschaftlich schwierig. Die Sankt Michaelskirche bot somit nicht nur einen würdevollen, sondern auch einen diskreten Ort der Ruhe.

Der Weg führte uns weiter durch die Fußgängerzone: Von den barocken Fassaden am Marienplatz bis zu den modernen Elementen der Kaufingerstraße – überall sind internationale Stile zu erkennen. Wir entdeckten, wie Händler, Handwerker und Künstler aus ganz Europa im Laufe der Jahrhunderte ihre Spuren hinterließen.

Weiter ging es zur Frauenkirche, dem Wahrzeichen der Stadt. Hier wurde deutlich, wie gotische Einflüsse aus Frankreich und den Römern die bayerische Kirchenbaukunst beeinflussten. Besonders spannend: Die Zwiebeltürme der Münchner Frauenkirche, auch „Welsche Hauben“ genannt, wurden erst nach der Fertigstellung der gotischen Kirche aufgesetzt. Der Felsendom auf dem Tempelberg in Jerusalem diente als Inspiration, wobei auch die Bauweise einer berühmten Moschee in Jerusalem Einfluss auf die Architektur der Zwiebeltürme hatten.

Die Landeshauptstadt als Ort der Begegnung unterschiedlichster Kulturen

München war schon immer ein Schmelztiegel der Kulturen. Von den italienischen „Gastarbeitern“ der 1950er-Jahre, den internationalen Einflüssen durch Großereignisse wie den Olympischen Spielen 1972 bis zu den heutigen internationalen Communities – die Stadt lebt von ihrer Vielfalt. Durch diese interessante Führung erfuhren wir, wie Migration und Begegnung die Münchner Identität bis heute bereichern.