Vorstieg, Nachstieg, Durchstieg
Im mittlerweile zweiten Jahr in Folge konnte die Kletter-AG der Dominik-Brunner-Realschule wieder ein paar neue Gesichter für den Klettersport begeistern. War die letztjährige Klettergruppe noch vornehmlich Jungs-dominiert, so hatte sich im Schuljahr 2025/26 das Blatt gewendet und drei Mädels und ein Junge schlossen sich der Interessengemeinschaft an.
Da jedes der vier Mitglieder schon ein wenig Klettererfahrung im Vorfeld gesammelt hatte, war auch nicht alles Neuland. Entsprechend neugierig und aufgeschlossen ging es an die Kletterwand und in den ersten drei, vier Treffen wurden schon einige sportliche Fortschritte verzeichnet. Während der Fokus zu Beginn noch auf Klettertechnik und der korrekten Körperpositionierung an der Wand lag, so konnten wir in den darauffolgenden Nachmittagseinheiten schließlich die Seilkunde und das Sichern mit dem Mammut-Smart-Gerät in Angriff nehmen.
Relativ zügig lernten Emilia, Arven, Fabian und Maila dabei nicht nur das fachgerechte Knotenbinden und das eigenständige Anlegen des Klettergurts sondern auch die Sicherungstechnik für den Nachstieg im Top-Rope – wenn also das Kletterseil bereits durch eine Umlenkung am oberen Ende der Wand verläuft.
Wie letztes Jahr auch, konnten die Schülerinnen und Schüler auch wieder beim Schrauben neuer Kletter- bzw. Boulderrouten ihre Kreativität und ihren Einfallsreichtum unter Beweis stellen. Der bzw. die ein oder andere traute sich sogar gegen Ende des Schuljahres das eigenständige Vorsteigen, sozusagen das Königsniveau des Sportkletterns. Bei dieser Form muss schließlich das Seil selbst Stück für Stück in der Wand eingehängt werden und wird dabei mit sogenannten „Expressen“ oder auch „Exen“ entlang der Route geführt. Erreicht man am Ende die Umlenkung, zwei gegenläufige Karabiner, so ist die Route durch das Einhängen des Seils darin komplettiert.
Waren die Kraftreserven ausreichend vorhanden, gelang manches Mal auch ein ganzer Durchstieg der Route. D.h. ohne eine Pause einzulegen, in der man sich sonst mal im Seil baumeln lassen konnte, wurde die Klettertour von unten bis ganz oben in einem Durchlauf absolviert.
Hin und wieder stand auch eine Kraftsequenz auf dem Programm. Beispielsweise beim Hängen an den Ringen konnten die KraxlerInnen ihre Griffkraft und Kraftausdauer auf den Prüfstand stellen – zwei in der Tat essentielle Parameter im Sportklettern.
Alles in allem hatten unsere Freunde des Klettersports eine Menge Spaß, lernten eine anspruchsvolle Sportart näher kennen und wuchsen bei deren Ausübung noch sprichwörtlich über sich hinaus.
Andreas Zinn


